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Friedrich Harkort
Harkort in Hombruch
Die Ortsbezeichnung Hombruch kommt von der Bezeichnung "Das Hombruch" oder " Das Hohebruch" oder auch "Hombrock" genannt war ein Waldgebiet das nördlich vom Kirchhörder Bach lag und zum Kirchspiel Kirchhörde gehörte.

Diese Verbindung kann jeder Wohnungs- oder Grundeigentümer in seinem Grundbuchauszug finden. Dort steht Grundbuch der Stadt Dortmund, Gemarkung Kirchhörde, Flur und Flurstück.

Um diesen Domänenwald herum waren bereits viele, noch heute bestehende Orte entstanden. Die Grenzen des Waldes waren auch teilweise die Grenzen verschiedener Landesherren, Erzbischhöfen und Klöstern. In der Zeit um 1800 wurde von den Bauern der Zehnte verlangt und nach der Ernte vom Vogt des Landesherren erhoben. Auch Zölle auf Waren und Wegegebühren wurden erhoben. So lebte auch teilweise das Kirchspiel Kirchhörde von der heutigen Hagener Str.

Um Kirchhörde, welches zum Grafen von der Mark gehörte, gab es im Westen die Orte Barop, Klein Barop, Eichlinghofen usw. Diese Orte gehörten teilweise zum Damenstift Essen. An den östlichen Grenzen lag die Güter des Grafen Romberg und des Ritters von Hörde.

„Das ganze Kirchspiel", schrieb J. D. von Steinen 1760 über Kirchhörde, „bestehet nur aus einer Bauerschaft, dazu gehören: Ausser dem Kirchdorf, Löttringhausen, Groten- und Lütkenholt-hausen, Kruckel ... In diesem Kirchspiel finden sich vortrefflich ergiebige Kohlberge, schöne Waldungen, besonders das Hohebruch oder Hombrock, welches dem Landesherrn gehört, und gute Steinbrüche. Auch ist die Hombruchsmühle, so dem Landesherrn gehöret, im Kirchspiel gelegen."

1828 gingen die königlichen Domänengüter in den Besitz der Pächter über. Die Ablösungssummen und der jährliche Grundzins, den die meisten der ehemaligen Hofpächter noch zu entrichten hatten, wurden in den folgenden Jahrzehnten abgelöst.

Das Hombruch war ein verwahrlostes Waldgebiet mit dichtem Unterholz, durch jahrhundertelangen primitiven Kohlenabbau größtenteils durch Grabelöcher und Schürfmulden arg verwüstet. Ein staatlicher Forst, mit dem kein Staat zu machen war.
Die Aufsicht führte ein Walddiener, der früher auf dem Hof Lenhoff wohnte.
Erst als der Bergbau an Bedeutung zunahm, wurden allmählich einzelne Waldflächen gerodet. Vorher boten die ungünstigen Bodenverhältnisse den Bauern und Köttern keinen sonderlichen Anreiz zu größeren Rodungen.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde mitten durch den Domänenwald von Renninghausen aus bis zum Hof Lenhoff ein gerade Weg gebaut. Dieser älteste Weg Hombruchs entwickelte sich später zur wichtigsten Geschäftsstraße, der Harkortstraße.

Der Bau des Weges bildete den Auftakt zur Teilung des staatlichen Waldes.

1827 wurde er in 43 Parzellen von unterschiedlicher Größe aufgeteilt und meistbietend verkauft. Im südwestlichen Teil des Waldes erwarb Friedrich Harkort ein 150 Morgen großes Gelände.

Er ließ einen großen Teil der Bäume fällen, um aus dem Holzverkauf die Kosten für den Grunderwerb zu bestreiten und um Bauplätze zu schaffen.
Nach dem Verkauf des Domänenwaldes waren zunächst nur wenige Häuser gebaut worden: an der Ölmühlenstraße, an der Behringstraße, die früher Wilhelmstraße hieß, und nördlich der Harkortstraße.

Harkort, der auf der alten Burg in Wetter zusammen mit Heinrich Kamp aus Elberfeld eine Mechanische Werkstatt betrieb, hatte sich 1832 von seinem Geschäftspartner getrennt, um in Hombruch eine neue Fabrik zu gründen. Die ehemalige Ölmühle baute er zu einer Eisengießerei mit einer anschließenden Kesselschmiede um. 1835 erteilte das Königliche Oberbergamt in Dortmund die Ge-nehmigung zum Betreiben der „Harkorter Eisenhütte in Hombruch". Zweck des neuen Unternehmens war nach der Genehmigungsurkunde „den in der Umgebung brechenden Toneisenstein mit anderen Eisensteinen in einem Hochofen mit Holzkohle zu verschmelzen".

Eine zeitgenössische „Beschreibung des Hütten- und Hammerwerkes Friedrich Harkort in Hombruch, Gemeinde Menglinghausen, Bürgermeisterei Horde, Kreis Dortmund, am Rüpingsbach" zählt folgende Anlagen auf:
Das Hüttengebäude (die ehemalige Ölmühle), das Wohnhaus, ein neues Hammergebäude, das Maschinenhaus und die Schmiede
Wert 2226 Taler
Koks-Brennerei
Wert 280 Taler
Hammerwerk mit Puddelofen
Wert 2756 Taler
Gebläse einschließlich Dampfmaschine
Wert 3704 Taler
Hüttenwerk mit einem Flammofen und zwei Cupolöfen
Wert 1362 Taler
Nachteilig für die neue Eisenhütte war von vornherein die ungünstige Verkehrslage. Es gab keinen Verbindungsweg von der einstigen Ölmühle zu der damals so bedeutsamen Brünninghauser Chaussee. Und der Eisenbahnbau, um den Harkort sich schon seit 1825 eifrig bemühte, sollte noch mehr als ein Jahrzehnt auf sich warten lassen.
Nur mühsam konnte er mit seinen unzureichenden Geldmitteln seine Fabrikanlage in Hombruch weiterführen. Dennoch, so schrieb später sein Schwiegersohn und Biograph Louis Berger, hätte die Fabrik eine wirtschaftliche Blüte erleben können, wäre Harkort bereit gewesen, sich ausschließlich für sie einzusetzen und sich für einige Jahre aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Doch Friedrich Harkort war nicht der Mensch, der seinen Wirkungskreis lediglich auf das eigene Unternehmen beschränken konnte.

1847 mußte der größte Teil des Harkort'schen Besitzes in Hombruch bis auf den 13 Morgen großen Harkortshof versteigert werden. Zu einem Spottpreis fiel die Besitzung dem Freiherrn von Romberg zu. Hätte Harkort sie behalten können, ihm wäre daraus in den folgenden Jahren ein ansehnliches Vermögen erwachsen. Denn gut ein Jahr nach dem Zwangsverkauf wurde die von Harkort so lang ersehnte Bergisch-Märkische Eisenbahn unmittelbar neben seinem einstigen Besitz in Betrieb genommen.

Als eines seiner Kinder zwei Jahrzehnte später einen kleinen Teil des abgeholzten ehemaligen väterlichen Gutes zurück erwarb, mußte dafür das Zwanzigfache des Zwangsverkaufspreises gezahlt werden. Harkorts Sohn beantragte 1849 beim Oberbergamt Dortmund die Umwandlung der Hombrucher Eisenhütte in eine Zinkhütte.

Mitte der 50er Jahre gründete er im Dortmunder Südwesten in der Nähe der Sonnenstraße eine Maschinenfabrik.
Als jedoch 1857 plötzlich eine schwere Wirtschaftskrise die Industrie erschütterte, mußte die Fabrik aufgegeben werden.
Romberg, der nun den größten Teil des einstigen Domänenwaldes besaß, ließ diesen weiter abholzen, neu parzellieren und als Baugrundstücke verkaufen. Jetzt erst konnte die Besiedlung Hombruchs in stärkerem Maße beginnen.

Mehr und mehr verschwand der Baumbestand. In den folgenden zwei Jahrzehnten entstanden Siedlungsgebiete zwischen der Hombrucher Straße und der Steinäckerstraße und um die 1870/71 erbaute Clemenskirche.

Der Freiherr von Romberg ließ nun auch seine Zeche Glückauf-Tiefbau weiter nach Westen, ausbauen. Schon 1752 hatten die Rombergs an der Emscher eine Stollenzeche anlegen lassen, den Glückauf-Erbstollen. Der Stollen war von der Emscher aus etwa 5 km weit nach Süden bis zum Ardey vorgetrieben worden. Er zählte damals zu den bedeutendsten Bergbaubetrieben der Grafschaft Mark. 1792 entstanden die Doppelschächte Gotthelf und Treugott nahe der heutigen Gotthelfstraße.

Mitte des vorigen Jahrhunderts ging die Zeche zum Tiefbau über und wurde durch einen weiteren Schacht im Westen Hombruchs an der Bergisch-Märkischen Bahn erweitert. Dieser Schacht erhielt den Namen Gisbert, benannt nach
Gisbert von Romberg, einem der größten Zecheneigner Westfalens, der an seinem Lebensende an mehr als 20 Zechen im Ruhrgebiet beteiligt war. Die Schächte Gotthelf und Gisbert dienten zur Förderung und Seilfahrt, der Schacht Traugott sorgte für die Wasserhaltung.

Eine Schleppbahn, von Pferden gezogen, verband die Schachtanlagen im Osten und im Westen Hombruchs miteinander. Die Schleppbahnstraße erinnert noch an diese Bahn. 1850 arbeiteten auf der Zeche Glückauf-Tiefbau 187 Bergleute, die Förderung betrug 25 000 t.
In den 60er Jahren baute man beim Schacht Gisbert eine Kokerei. 1865 war die Zahl der Beschäftigten bereits auf 450 gestiegen, die Förderung auf über 435 000 t.

Romberg verkaufte Glückauf-Tiefbau an den Berliner Großindustriellen Strousberg. Aber schon 1872 übernahm sie die Dortmunder Union AG. Um diese Zeit hatte die Zeche bereits über 1000 Beschäftigte. Sie besaß neben den drei Schächten 125 Koksöfen und eine Benzolfabrik. Eine elektrisch betriebene Drahtseilbahn zwischen den beiden Förderschächten löste 1909 die Pferde-schleppbahn ab. 1910 ging Glückauf-Tiefbau an die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-AG über.
Als nach dem Ersten Weltkrieg die Verlagerung des Bergbaus in das nördliche Industriegebiet einsetzte, mußte auch die Hombrucher Zeche 1925 stillgelegt werden. Die Tagesanlagen mit Ausnahme der Kokerei wurden abgebrochen.
Die Kokerei blieb noch bis 1930 in Betrieb.

Die Zeit des Bergbaus, dem Hombruch hauptsächlich seine rasche Entwicklung vom Domänenwald zum Industrieort verdankt, ging damit zu Ende. Nur die Reste der Halde des Schachtes Gotthelf an der Gotthelfstraße wecken noch die Erinnerung an den Bergbau, ebenso einige Straßennamen.

1973 wurde nach meinem Wissen die letzte öffentliche Verbindung zu Friedrich Harkort geschaffen. Der Hombrucher Schützenbund 1873 e.V. bekam zur 100 Jahr-Feier eine neue Fahne. Auf einer Seite der Fahne wurde der oft von Harkort zitierte Satz >> Das Leben gilt nichts ohne die Treue << in das Fahnentuch eingestickt.


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